Die Entwicklung ist ja eigentlich immer die gleiche. Rucksacktouristen entdecken den ultimativen Traumstrand und die günstigsten Hütten an den schönsten Flecken. Dann erkennen einige geschäftstüchtige Anwohner das Potential und schon kostet die Strohhütte statt der fünfzehn Dollar wie bisher, nun plötzlich 60 Dollar. Es sei doch renoviert worden, begründet der Eigentümer seine ca. 300%ige Preiserhöhung und meint damit die Schließung des Loches im Dach, durch das es ständig durchgeregnet hat. Der nächste Schritt ist der Aufbau einer Gastronomie. Äußerst kreativ kopiert man dabei das Konzept des Nachbarn und bietet sogar die gleichen Speisen an, identisch zubereitet. Der Vorteil dabei ist, dass man sich ruhig das Lokal mit der hübschesten Bedienung aussuchen kann, da weitergehende Unterscheidungsmerkmale ohnehin unter den Tisch fallen. Während ich in einem sehr bequemen “Lümmelstuhl” am Serendipity Beach sitze, mit den Füßen im Sand und darüber nachdenke, welchen Pioniergeist der Gründer dieser Ansammlung von Tischen und Stühlen am Strand hatte, bevor rechts und links 48 weitere in Playa del Ingles Manier aufgestellte Kaffee und Kuchen Lokalitäten entstanden, ertönt mein Lieblingssong aus einer übergroßen Musikbox. Aber halt, ist es jetzt mein Hit…..???? Es ist schwer zu erkennen, da von links Lady Gaga plärrt, von rechts der BOSS “Born in the USA” rockt und der Gastronom von dem Strandrestaurant 60 m weiter südlich offensichtlich gestern nacht seine Liebe zum Hip Hop entdeckt hat und dieses allgemein bekannt machen möchte. Entnervt ziehe ich ein Fazit: Als ich das erste Mal hier war, gab es kaum ausländische Touristen. Einige wenige Lokale/Kneipen hatten einen eigenen Charakter, der belegte dass ich mich offensichtlich in einer vom Massentourismus vergessenen Gegend befand.  Für Stadtbewohner aus Phnom Penh ist Sihanoukville nach wie vor ein Zufluchtsort, den man in drei Stunden Fahrzeit einfach über das Wochenende besuchen kann. Für Rucksacktouristen der klassischen Art bietet es nicht mehr die Ursprünge, auf dessen Suche sich diese Art von Reisenden  üblicherweise befinden. Für Kanaren- und Türkeifreaks ist es eine charmante Alternative, während Luxustouristen mit der Infrastruktur und den angebotenen Unterkünften nicht zufriedenzustellen sein werden.

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