
Interior des zauberhaften Boutiquehotels RIVER 108

Eine Riverview Suite des Hotels RIVER 108

Freier Blick auf den Tonle Sap von der Terrasse einer River View Suite
Wer wollte nicht schon mal, bei Eile, in eine Einbahnstraße fahren? Verkehrt herum natürlich. Also in falscher Fahrtrichtung. In Phnom Penh stellt sich die Frage, was heißt hier überhaupt falsch? Der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten ist eine Gerade. Und so praktikabel spielt sich das Leben ab, in der Hauptstadt Kambodschas. Sie nennen dem Tuk Tuk oder MotoTuk Fahrer (letzteres ist ein Moped mit verlängerter Sitzbank, also hervorragend geeignet für eine sechsköpfige Khmerfamilie … inkl. diverser Einkaufstüten) Ihr Ziel und schon geht die Fahrt los. Und zwar auf dem oben beschriebenen direkten Weg. Der Preis spielt eigentlich keine Rolle, da die Antwort auf eine Frage nach dem Transporthonorar grundsätzlich “One Dollar” lautet. In drei Monaten vielleicht auch schon “Two Dollar”. Eine Erhöhung des Fahrpreises um 100% kümmert auch wenige Nutzer dieser Serviceleistungen, da 1.der Charme der Fahrer unbeschreiblich ist und 2.die Währungsbezeichnung stets im Singular verwendet wird (one Dollar, 150 Dollar), was scheinbar den Tarif nicht erhöht.
Eine andere unkonventionelle Serviceleistung konnte ich kürzlich erleben, als ich für die musikalische Beschallung der ”Housewarming Party” meines dort lebenden Cousins eine etwas kompliziertere Besorgung in Form eines trivialen Verstärkers für einen Laptop zu tätigen hatte. Ein Rezeptionist meines gewählten Hotels RIVER 108 las mir offensichtlich meinen Wunsch von den Augen ab. Er verließ seinen Arbeitsplatz, sattelte das o.g. MotoTuk, malte im Geist zwei Punkte und zog die Linie. Als wir nach ausführlichen und ausgesprochen freundlichen Beratungen in unterschiedlichen Läden (mein Begleiter bestand darauf, trotz guter Angebote, verschiedene Geschäfte zu konsultieren) und mindestens zweistündiger Odyssee durch mir bis zu diesem Zeitpunkt total unbekannte Gebiete dieser Stadt, zum Hotel zurückkehrten, wandte sich mein guter Geist wieder seinem Arbeitsplatz zu, als hätte er den ganzen Tag nichts anderes getan als Papiere auf einem Schreibtisch zu verschieben. Beim Trinkgeld, mit dem der hilfsbereite Hotelier nicht gerechnet hatte, durfte es gerne etwas mehr sein als…ONE DOLLAR!!!