Archiv für April, 2010

Die nächste Gerade führt zur Küste…nach Sihanoukville

Die Entwicklung ist ja eigentlich immer die gleiche. Rucksacktouristen entdecken den ultimativen Traumstrand und die günstigsten Hütten an den schönsten Flecken. Dann erkennen einige geschäftstüchtige Anwohner das Potential und schon kostet die Strohhütte statt der fünfzehn Dollar wie bisher, nun plötzlich 60 Dollar. Es sei doch renoviert worden, begründet der Eigentümer seine ca. 300%ige Preiserhöhung und meint damit die Schließung des Loches im Dach, durch das es ständig durchgeregnet hat. Der nächste Schritt ist der Aufbau einer Gastronomie. Äußerst kreativ kopiert man dabei das Konzept des Nachbarn und bietet sogar die gleichen Speisen an, identisch zubereitet. Der Vorteil dabei ist, dass man sich ruhig das Lokal mit der hübschesten Bedienung aussuchen kann, da weitergehende Unterscheidungsmerkmale ohnehin unter den Tisch fallen. Während ich in einem sehr bequemen “Lümmelstuhl” am Serendipity Beach sitze, mit den Füßen im Sand und darüber nachdenke, welchen Pioniergeist der Gründer dieser Ansammlung von Tischen und Stühlen am Strand hatte, bevor rechts und links 48 weitere in Playa del Ingles Manier aufgestellte Kaffee und Kuchen Lokalitäten entstanden, ertönt mein Lieblingssong aus einer übergroßen Musikbox. Aber halt, ist es jetzt mein Hit…..???? Es ist schwer zu erkennen, da von links Lady Gaga plärrt, von rechts der BOSS “Born in the USA” rockt und der Gastronom von dem Strandrestaurant 60 m weiter südlich offensichtlich gestern nacht seine Liebe zum Hip Hop entdeckt hat und dieses allgemein bekannt machen möchte. Entnervt ziehe ich ein Fazit: Als ich das erste Mal hier war, gab es kaum ausländische Touristen. Einige wenige Lokale/Kneipen hatten einen eigenen Charakter, der belegte dass ich mich offensichtlich in einer vom Massentourismus vergessenen Gegend befand.  Für Stadtbewohner aus Phnom Penh ist Sihanoukville nach wie vor ein Zufluchtsort, den man in drei Stunden Fahrzeit einfach über das Wochenende besuchen kann. Für Rucksacktouristen der klassischen Art bietet es nicht mehr die Ursprünge, auf dessen Suche sich diese Art von Reisenden  üblicherweise befinden. Für Kanaren- und Türkeifreaks ist es eine charmante Alternative, während Luxustouristen mit der Infrastruktur und den angebotenen Unterkünften nicht zufriedenzustellen sein werden.

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Endlich einmal ausreichend Mülleimer…

Sie kennen es? Sie stehen an der Minibar, öffnen die Flasche Bier und…wohin mit dem Kronkorken? Schon geht die Suche los. Beim Öffnen der Flasche Champagner, die Ihnen das Hotel als Willkommensgruß in die Villa gestellt hat, ergießt sich der Schaum über den Tisch und Ihre Finger. Und wo sind jetzt die kleinen praktischen Tücher, die das klebrige Etwas bändigen?

Auf Bali, der Insel der Götter, gibt es das Hotel THE BALE, das neben einer “ausgezeichneten” Cuisine, über stilvolle und großzügige Villen verfügt. Und über Mülleimer, Papiertücher und sonstige Dinge, die dem “Frequent Traveller” ein pures Vergnügen sind. Und zwar dort, wo man diese Dinge zwar gerne vorfinden würde, jedoch mit etwas Realitätssinn nicht wirklich erwartet.
Welch tolle Überraschung!

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Wollen Sie mit mir reisen? Jakarta….

Von Hamburg nach Jakarta, dann Phuket und Naka Island. Weiter nach Sihanoukville, Kuala Lumpur und Sri Lanka. Von dort aus über Bangkok und Phnom Penh nach  Hanoi, Bali und  Singapur. Dies war meine Tour, von der ich in der letzten Woche zurückgekehrt bin.

Jakarta….8,5 Millionen Metropole im Norden Javas, knapp hinter dem  Äquator. Jakarta….wenn man sich dieses Wort auf der Zunge zergehen läßt, … welch schöner Name…, klingt es nach Ästhetik, Eleganz und ewig anhaltender erotischer Erregung. Was aber ist so erotisch an verstopften Straßen und stets vorhandenem Smog, bei Durchschnittstemperaturen von weit über 30 Grad Celsius und fast unerträglicher Luftfeuchtigkeit? Es sind die Menschen!!! Sie werfen dem Besucher schon am Flughafen ein betörendes Lächeln entgegen, für das Andere erst bestochen werden müssen. Selbst beim Wandeln in “Shopping Malls” werden dem “Alien” aus dem Westen neugierige Blicke hinterher und entgegen geworfen, wie ich es bisher nur aus Landstrichen jenseits des Google-Machtbereiches kannte. Neugierige Fragen nach dem eigenen Wohlbefinden und den Plänen für die nächsten Tage sind dort keine plumpe Anbahnung dubioser Geschäftemacher, sondern ehrliches Interesse an dem “Menschen” aus einer fremden Welt. Und dies im Jahre 2010!!! Einfach erstaunlich!

Ratschläge zu Unterkünften und Zeitvertreib folgen in Kürze.

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Phnom Penh – der Wilde Westen im Osten

Interior des zauberhaften Boutiquehotels RIVER 108

Eine Riverview Suite des Hotels RIVER 108

Freier Blick auf den Tonle Sap von der Terrasse einer River View Suite

Wer wollte nicht schon mal, bei Eile, in eine Einbahnstraße fahren? Verkehrt herum natürlich. Also in falscher Fahrtrichtung. In Phnom Penh stellt sich die Frage, was heißt hier überhaupt falsch? Der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten ist eine Gerade. Und so praktikabel spielt sich das Leben ab, in der Hauptstadt Kambodschas. Sie nennen dem Tuk Tuk oder MotoTuk Fahrer (letzteres ist ein Moped mit verlängerter Sitzbank, also hervorragend geeignet für eine sechsköpfige Khmerfamilie … inkl. diverser Einkaufstüten) Ihr Ziel und schon geht die Fahrt los. Und zwar auf dem oben beschriebenen direkten Weg. Der Preis spielt eigentlich keine Rolle, da die Antwort auf eine Frage nach dem Transporthonorar grundsätzlich “One Dollar” lautet. In drei Monaten vielleicht auch schon “Two Dollar”.  Eine Erhöhung des Fahrpreises um 100% kümmert auch wenige Nutzer dieser Serviceleistungen, da 1.der Charme der Fahrer unbeschreiblich ist und 2.die Währungsbezeichnung stets im Singular verwendet wird (one Dollar, 150 Dollar), was scheinbar den Tarif nicht erhöht.
Eine andere unkonventionelle Serviceleistung konnte ich kürzlich erleben, als ich für die musikalische Beschallung der  ”Housewarming Party” meines dort lebenden Cousins eine etwas kompliziertere Besorgung in Form eines trivialen Verstärkers für einen Laptop zu tätigen hatte. Ein Rezeptionist meines gewählten Hotels RIVER 108 las mir offensichtlich meinen Wunsch von den Augen ab. Er verließ seinen Arbeitsplatz, sattelte das o.g. MotoTuk, malte im Geist zwei Punkte und zog die Linie. Als wir nach ausführlichen und ausgesprochen freundlichen Beratungen in unterschiedlichen Läden (mein Begleiter bestand darauf, trotz guter Angebote, verschiedene Geschäfte zu konsultieren) und mindestens zweistündiger Odyssee durch mir bis zu diesem Zeitpunkt total unbekannte Gebiete dieser Stadt, zum Hotel zurückkehrten, wandte sich mein guter Geist wieder seinem Arbeitsplatz zu, als hätte er den ganzen Tag nichts anderes getan als Papiere auf einem Schreibtisch zu verschieben. Beim Trinkgeld, mit dem der hilfsbereite Hotelier nicht gerechnet hatte, durfte es gerne etwas mehr sein als…ONE DOLLAR!!!

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Über den Autor

Roland Galka, Inhaber des exklusiven Reiseveranstalters RG - PRIVATE TRAVELLING, schreibt in seinem Blog über ausgefallene Reiseideen, außergewöhnliche Hotels und die ganz besondere Art und Weise, die Welt zu entdecken.